Brandneu

XIV.Schaubuden-Sommer

Der sage und schreibe vierzehnte Scheune-Schaubuden-Sommer findet voraussichtlich vom 07. bis 17.Juli 2011 statt. Sobald es etwas neues gibt, ist es hier zu finden!

veröffentlicht am 2. September 2010 von heiki.ikkola in Allgemein
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25. Juli 2010

Letzter Aufruf!
Das war’s schon wieder mit dem Sommer in den Buden. Heute noch mal Rindenmulch schnuppern und dann ist Schluss mit Trallala und Hopsasa. Die Köfferchen sind längst gepackt. Das neue Ziel fest im Visier. Die Vorhut ist schon weg. Tränenreicher Abschied von Buffpapier gestern in der letzten Vorstellung. Wir sind gerührt, Madame Jocaste. Wir sind gerührt, Isabelle la Belle. Beehren Sie uns wieder!
Ach was! Buffpapier verpasst? Immer nur in die Tierschau gerammelt. Echsen gucken? Tja, ihr Lieben. Da ist nix mehr zu machen.
Schon in Annes Container 7 gewesen? Auch nicht? Aber dann hopp. Heute letzte Gelegenheit.
Und das Bestarium in der Lutz-Fleicher-Gasse ? Immer links liegen gelassen? Großer Fehler!
Und der Tön-Föhn? Und Christophers Limerick-Container?
Und die Tanzbude? Immer noch nicht den Kopf reingesteckt? Unglaublich!
Und das kleinste Kino der Welt?
Und Kevin Shea? Und Anne Rolfs?
Ok. Das war jetzt gemein. Kevin und Anne kommen ja heute Abend zum ersten Mal in unser kleines Budenparadies. 21.30 Uhr und 22.30 Uhr in der Scheune-Lounge gibt’s was Feines auf die Ohren. War das jetzt schon Jazz, werdet ihr Euch fragen. Nee, der Name für DIE Musik muss erst noch erfunden werden. Mein dringender Rat für heute: Hört! Hört!
Verbrechermutti Cora hat noch ‘nen Freifahrtschein nach Berlin zu vergeben. Montag gegen 11 Uhr soll’s losgehen. Dame mit Bart wird bevorzugt.
Ja, es herrscht Aufbruchstimmung in der Budenstadt. Aber keine Sorge. Wir machen es uns und Euch noch mal hübsch. Letztes Schlendern. Letztes Treppensitzen. Letzte Mitternachtsshow. Nehmt Euch ein Stück Rindenmulch als Erinnerung mit nach Hause. Wer weiß, ob’s mal wieder so klappt. Oder lasst Euch vom BUDZILLUS anstecken. Letzter Walzer.
Vorbei, vorbei, vorbei.
Ein letztes Mal bauen wir Euch eine Landebahn für Engel.
Guten Flug!

Das wünscht Euch von Herzen
Der Direktor

P.S. Selbstverständlich werde ich meiner Chronistenpflicht nachkommen. Der Italo-Western wird nachgeliefert. In Farbe!

Ups! Beinahe hätte ich es vergessen. Kerstin, die Brand-, Schutz- und Sicherheitsbeauftragte des Schaubuden Sommers, lädt morgen 5.15 Uhr in der Früh zum Morgengrußkreis auf die Brühlsche Terrasse ein. Das ist doch mal eine lobenswerte Initiative von unserer Kerstin.

veröffentlicht am 25. Juli 2010 von heiki.ikkola in Allgemein
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24. Juli 2010

Ach!
Etwas Unerhörtes ist passiert. Etwas Unvorstellbares. Die Fesseln meiner Vorstellungskraft sind gesprengt. Mein Weltbild ist zutiefst erschüttert. Der Untergang des Abendlandes? Kein Problem. Erwarte ich stündlich. Nur dies nicht: Die Wodkabar hatte geschlossen.
Zugegeben, es gab Niederschlag. Tschelka-Falk meinte, es regnet. Gold-Elke sprach von Starkregen. Frau Direktorin gurgelte etwas wie „Sturzregen“ durch die Wasserkaskade. Wir konnten uns auf keine meteorologisch exakte Begrifflichkeit einigen. Gut, wir hätten Alfredo, den Italiener unseres Vertrauens, fragen können. Alfredo hat ja den kurzen Draht zu dem in Mannheim ansässigen namhaften Experten mit der Nummer H081008100553. Doch Alfredo saß gemeinsam mit Psycho-Stephanie und exakt 694 Landsleuten in der Selbsthilfegruppe für neapolitanische Eisverkäufer (bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich ja noch die Italo-Story nachliefern muss…).
Es blieb also irgendwie unklar, mit was für einem Wetterphänomen wir es zu tun hatten. Normalerweise wurden solch wichtigen Dinge im Hinterzimmer der Wodkabar ausgiebig diskutiert, bis ein mehrheitsfähiges Verhandlungsergebnis auf dem Tisch lag. Nach dem dritten, vierten Getränk war das in aller Regel der Fall. Das Hinterzimmer der Wodkabar war seit dem ersten Schaubudensommer unser Treffpunkt für den inneren Kreis. Das spirituelle Zentrum. Noch vor wenigen Tagen haben wir hier um die Frage gerungen, wohin denn die Reise geht, wenn’s vorbei ist in Dresden. Diesmal brauchten wir sechs Getränke bis schließlich wieder alle meiner Meinung waren: Jena-Lobeda ist unser Ziel.
Und nun das, Genossen.
Den ganzen Abend schlappten wir mit leerem Blick, ohne Halt und ohne Ziel durch den Mulch.
Endlich wurde Mitternacht. Doch mit Vorhang auf war nix. Es stellte sich heraus, dass die Echse, die sich irgendwie ganz gut machte auf der kleinen Showbühne, an die wir uns gewöhnt hatten, auf wir ungern verzichten wollten, an einer Wasserphobie litt. Sie musste wohl ihre ganze Kindheit und einen Grossteil ihrer Jugend im und am Wasser verbringen. Ein klarer Fall fürs Jugendamt! Und ein Fall für Psycho-Stephie, die just in diesem Moment mit Alfredo unter einem Schirm (Aufgepasst Stephanie! Nicht zu viel Nähe zu den Probanden!!) über den Budenplatz schlenderte. Stephanie fand wie immer die richtige Methode (diesmal war’s die Konfrontationstherapie, dritter Grad, also Waschlappen) und es konnte los gehen.
Uff, gerade noch mal gutgegangen. Teddy-Eddy klappte den Deckel zu. Feierabend.
Was nun. Ich spürte eine große Leere in mir. Tschelka-Falk, Gold-Elke und all den Anderen muss es ebenso gegangen sein.
Doch da bog die Bardame unseres Vertrauens um die Ecke. Ein kurzer Wink, und wir fanden uns alle am Busen von Anne wieder, konnten uns mal richtig ausheulen und all das Elend auf dieser Welt vergessen.
Der Abend war gerettet.
Danke Anne!

Und was ich noch mitteilen wollte: Am Sonntag (25. Juli) ist keine Familienschaubude am Nachmittag! Die war schon letzten Sonntag. Merkt Euch das endlich mal. Immer nur am ersten Sonntagnachmittag. Verdammt!

Es grüßt Euch von Herzen
Der Direktor

Recommandeure

veröffentlicht am 24. Juli 2010 von heiki.ikkola in Allgemein
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23. Juli 2010

Was gab’s?
Ne Mitternachstshow! Eigentlich nicht der Erwähnung wert, denn Mitternachstshow gibt’s jeden Abend. Und diese Rubrik hier heißt „Brandneu“. Wer hat sich bloß diesen Namen ausgedacht? „Brandneu“ klingt wie „Wasser marsch“. Und „Wasser marsch“ klingt wie „Rindenmulchverpuffung“. Alptraum!
Aber zurück zur MS. Im Programm waren diesmal Tiere – ne Echse und ein Partylöwe – und ein Kind. Das macht sich immer gut. Da konnte nichts schief gehen. Eigentlich.
Das Kind war das Kind von Hacki. Oder andersrum. Das Kind wollte blasen und der Papa nageln. Der Partylöwe wollte sich sein lustiges Hütchen aufsetzen. Die Rolle der Echse war irgendwie unklar. Aber egal. Tiere wirken auf Menschen an sich positiv.
Soweit war regiemäßig alles abgeklärt. Fehlte nur Musik. Die Partyband vom Vorabend hatte Mugge auf der „Gorbitz“, die gerade irgendwo zwischen Pirna und Heidenau kreuzte und bei „Showexpress“ war last minute einfach nichts mehr zu kriegen. Was tun? Teddy-Eddy, der irgendwie keine Lust mehr hatte aus dem Technikkabuff einen CD-Spieler zu kramen und anzustöpseln – das wäre nämlich die von den Künstlern favorisierte Variante gewesen – hatte eine Idee: Hacki, fragt doch mal im Publikum, ob’s da nicht einen Pianisten gibt, der auf einem durchgeweichten Klavier spielen kann. Einen Pianisten gab es nicht. Die hatten alle Schiss. Aber es gab eine Pianistin. Paulina. Wunderbar! Teddy-Eddy hatte keinen Stress und die Show konnte beginnen. Paulina, kaum auf der Bühne, wurde – wie nicht anders zu erwarten – erst einmal nach allen Regeln der Mitternachtsshow rund gemacht (was ist die Steigerungsform von sexistisch? Echsistisch! Ha,ha). Doch Paulina hielt den Rücken grade, setzte sich ans schwammelige Klavier und spielte das Geburtstagslied. Aber Gold-Elkes Geburtstag war schon zehn Minuten vorbei und überhaupt hatten alle keine Lust mehr auf Gold-Elkes Geburtstag. Irgendwann is das nämlich anstrengend. War also das unpassende Lied. Konnte auch nicht passend gemacht werden, denn von den gefühlten 70 Geburtstagskindern im Publikum bekannte sich keins zu seinem Wiegenfesttag. Sie werden gewusst haben warum. Paulina konnte aber noch ein anderes Lied und los gings. Und da passierte es. Licht aus. Zappenduster. Da nützte auch ein lustiges Hütchen nichts mehr. Da konnte die Echse echsich gucken, wie sie wollte. Nacht im Cafè.
Aber Paulina spielte auf dem schwammeligen Klavier ohne Strom und
Hacki und Sohn (oder umgedreht) machten einen auf Impro. Feuerzeuge schwenken und so was. Als die Feuerzeuge ausgebrannt waren, versuchten sie es mit Laterna Magica und tappten auf der dunklen Bühne herum. Aber ohne Laterna keine Magica. Mit anderen Worten: Die Luft wurde knapp.
Doch hinter der Bühne war natürlich längst Alarm. Tschelka-Falk und Scheune-Falk saßen sich im Technikkabuff bewegungslos gegenüber, starrten sich in die Augen und spielten das alte Technikerspiel: Wer zuerst zuckt, muss den Fehler suchen. Die beiden sind geübte Spieler!
In diesem Moment ging durch den schweiß-, blut- und tränenfeuchten Smoking des Direktors ein Zucken. Eine alte, vermeintlich erfolgreich verdrängte Geschichte bahnte sich seinen Weg ins Kleinhirn. Und plötzlich stand sie vor seinem inneren Auge: Die Taschenlampe. Ein Geburtstagsgeschenk der Frau Direktorin. Lang ist es her. Diese Taschenlampe hatte es in sich. Ein Riesenprügel. Ein Hammer. Ein dickes Ding. 80 Zentimeter. Passt in keine Hosentasche. Kann man an und ausknipsen. Damals stand dieses Ding auf meinen morgendlichen Geburtstagstisch. Die Gattin lächelte sinnig vor sich hin. Ich rang um Fassung. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Wünschte die Holde mit mir auf Nachtwanderung zu gehen?
Offenbar nicht, denn es kam nie die Rede darauf. Ich verstaute den Knüppel im letzten Winkel vom Direktorenwagen und vergaß die Geschichte.
Jetzt war sie da. Die Stunde der Taschenlampe. Mit einem Gefühl voller – wenn auch verspäteter – Dankbarkeit für dieses wundervolle Geschenk hielt ich den Strahl auf Hacki und Sohn. Oder andersrum. Jetzt konnten sie blasen und nageln, das es eine Lust war. Die Leute hatten Spaß. Die Echse klimperte mit den Echsenaugen. Der Partylöwe rückte sein lustiges Hütchen zurecht. Paulina spielte ihr Lied. Alles gut.
Schluss bum.
Teddy-Eddy klappte leise lächelnd den Klavierdeckel runter. Feierabend!
Tschelka-Falk und Scheune-Falk saßen sich im Technikkabuff bewegungslos gegenüber. Also noch kein Feierabend. So kann’s gehen!
Und ich, liebe Leute, ich ging mit Frau Direktorin an die Wodkabar und bedankte mich mit einem Doppelten und noch einem und noch einem dicken Kuss für dieses wunderbare Geschenk. Und wie wir so in den Morgen hinüberdämmern, macht es tuuuuuuuuuuuuuuuuuuut, tuuuuuuuut an der LKW-Einfahrt vom Schaubudenplatz. Wer springt raus aus dem Truck? Andrew Bailey, der alte Kumpel von Jim. Direkt aus Glasgow. Wie schön! Wir nahmen noch einen zur Begrüßung. Andrew wollte dann aber gleich in die deutsche Turnhalle. Ich hab noch schnell das Licht im Technikkabuff ausgeknipst. Das Spiel war noch nicht entschieden. Und dann aber ab in die Heiha.

Nun wird sich aber der aufmerksame Leser dieser Zeilen fragen, warum ist denn eigentlich der Strom ausgefallen? Was war da los??? Nachlässigkeit des technischen Personals? Niemals! Das sind alles Profis.
Ich sage nur: Italien. Neapel. Vorstadt von Neapel. Gorbitz – Neapel.
Alles klar?
Ok. Diese Geschichte hinter der Geschichte erzähle ich Euch morgen. Vielleicht.

Es grüßt Euch von Herzen
Der Direktor

——–

Hallo liebe Schaubude!

Gruss aus Glasgow / stopp / arschkalt hier / du bist die beste / doch manchmal muss man ans Ende der fahren / stopp / um so was zu kapieren / trostpflaster an annika und binnenpiraten / stopp / gruesse an alle / wir vermissen euch / der wodka ist beschissen hier / der whiskey soll toll sein / davon hab ich aber keine ahnung / stopp / heute abend rocken wir hier das Haus. Sind zum Abbau wieder dabei! / Euer / Stopp / Hans

veröffentlicht am 23. Juli 2010 von heiki.ikkola in Allgemein
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22. Juli 2010

Liebe Leute,

das hätte so ein schöner, völlig entspannter, gemütlicher Schaubudenabend für uns werden können. Alles war wie immer. Die Besucher standen in geordneten Zweierreihen erst am Eingang, dann an der Kasse, dann an den Buden, dann an der Bar und dann an der einen Toilette an. Keiner murrte. Alle fühlten sich in eine seit über zwanzig Jahren vergangene Zeit versetzt. Also zwanzig Jahre jünger! Mindestens!! Der Schaubudensommer ein Jungbrunnen. Wow.
Doch kurz nach 23.00 Uhr – aus Ottos Bude tönte es „Hallo, hallo, jetzt geht die Party los“, auf dem Ärmelkanal begegneten sich zwei Fähren. Die Eine von Dover nach Calais (Getränkekarte!). Die Andere von Calais nach Dover (Nachdenklichkeit!). Tuuuuuuuuuuuut. Tuuuuuuuuuuuuuut – machte explosionsartig wie eine Rindenmulchverpuffung die Nachricht die Runde: Elke hat Geburtstag! Die Gold-Elke! Unsere Beste! Was nun? Wir hatten noch knapp 40 Minuten.

Gold-Elke und Annamateur

Tschelka-Falk flitzte spontan zur nächsten städtischen Blumenrabatte und tat, was er tun musste. Teddy-Eddy stürzte in den nahe gelegenen Späti und besorgte die nötigen Zutaten für den Geburtstagskuchen: Sterni, Brausepulver, Goldkrone und Red Bull. Das alles kam in den Mixer von Anne – der Bardame unseres Vertrauens (Spruch des Abends: Bestellungen auf eigenes Risiko!). Anne besorgte noch schnell aus der Küche ein paar Bündel indischen Hanf. Der sorgte für die nötige Substanz und für das gewisse etwas. Die Mädels vom Flammkuchenstand rollten den Teig aus und ab ging’s damit in den Ofen. Zur gleichen Zeit galt es, eine noch viel härtere Nuss zu knacken. Elke wollte sich nicht feiern lassen. Sie hatte sich in ihrem begehbaren Tresor eingeschlossen und ließ niemanden an sich heran. Sämtliche ehemaligen und aktuellen männlichen Bezugspersonen von Elke hatten keine Chance. Sie wollte partout nicht. Ihr Töchterchen versuchte es mit einem Weinkrampf. Ergebnislos. Das war klar ein Fall für Recommandeur Stephanie. Unsrer Expertin für die ganz schweren Fälle. Stephanie, die in Karl-Marx-Stadt (Wir sind in den Achtzigern! Siehe oben!) im ersten Semester Psychologie studiert, kriegte schnell heraus, dass Elke an einer verhärteten Form von Geburtstagsfeierphobie leidet. In ihrer Kindheit wurde in ihrer Familie eine fragwürdige Geburtstagszeremonie zelebriert. Zu dieser Zeremonie gehörte das Verbinden der Augen und mehrfaches Herumwirbeln, was zu einer völligen Hilf- und Orientierungslosigkeit der kleinen Elke führte. Diese schlimmen Kindheitserinnerungen arbeitete unsere Stefanie mittels aktiven Zuhörens – was durch eine zwanzig Zentimeter dicke Panzerstahlwand gar nicht so einfach ist – in weniger als sieben Minuten auf. Schließlich verriet Elke den Zahlencode und all ihre aktuellen und ehemaligen männlichen Bezugspersonen – die Bude war voll dort oben – konnten aufatmen. Und Dynamit-Harry konnten wir auch nach Hause schicken.
Alles andere war ein Klacks. Die Agentur „Der Showexpress“ schickte noch schnell einen Partylöwen – zugegeben ein schon ziemlich altes Leder – und eine Partyband vorbei, die für entsprechend feierliche Stimmung sorgen sollten. Und, was soll ich sagen: Pünktlich 24.00 Uhr ging der Vorhang auf. Der Partylöwe hatte sich ein lustiges Hütchen aufgesetzt. Die Partyband spielte Musik zum Mitschunkeln. Die Partybandsängerin trällerte „happy, happy, happy… .“ Alles war schön. Elke knabberte am Geburtstagskuchen und kicherte sich durch den Rest der Nacht und zog mit ihrer Männermeute um die Ecken. Die Phobie war geheilt. Wir waren alle mächtig stolz auf uns und besiegelten die Nacht an – na, wo schon – an der Wodkabar.
Tuuuuuuuuut (Nachdenklichkeit). Tuuuuuuuuuut (Getränkekarte).

Es grüßt von Herzen
Der Direktor

veröffentlicht am 22. Juli 2010 von heiki.ikkola in Allgemein
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21. Juli 2010

Was gibt’s Neues?
Einiges! Aber der Reihe nach. Das Wichtigste zuerst. Gestern, am Dienstag, wurde die beliebteste Bardame des diesjährigen Schaubudensommers gekürt. Das ist gegen 2.30 Uhr passiert. Da war schon Mittwoch, aber gefühlter Dienstag. Geworden isses Anne. Was hat Anne, was all die anderen Barleute nicht haben? Sie hat kein giftgrünes Haar (mehr) und schon gar keine schwarzen Haare. Alles klar? Und Anne hat von allem üppig, was eine gute Barfrau haben muss: Sie kann gut zuhören. Außerdem… Nee, das kriegt mal schön selber raus. Nur so viel: Auserwählt wurde Anne von der Frau Direktorin. Eine unumstößliche Autorität aufm Platz.
Zur gleichen Zeit – also schon Mittwoch aber gefühlter Dienstag – feierte Neverporn eine viehische Orgie oben im begehbaren Tresor des Schaubuden Sommers. Sie hatten sich dort mit Gold-Elke eingeschlossen, um ihre Eintrittskarten abzurechnen. Als Gold-Elke die Kartenstapel von beträchtlicher Höhe sah, schlug sie in ihrer unnachahmlichen Art die Hände vor’s Gesicht und schrie – wie immer, wenn sie etwas nicht fassen kann oder will – NEIN! Das kann nicht sein!! Aber sie hatte sich – wie immer – schnell im Griff und los ging’s mit der Zählorgie. Die Neverporns saßen grinsend um Elke herum und feuerten sie mit russischen Volksliedern an. Es war der Wahnsinn.
Jaaaaaaa, man staunt! Angeblich war doch alles so flach und plakativ und brutal… Und jetzt kriegt Ihr’s nicht aus Euren Köppen raus, was Ihr gesehen habt. Haben sie Euch also gepackt mit ihren gezielten, harten Faustschlägen direkt in die Fresse des guten Geschmacks?
Was gab’s noch? Alles wird nicht verraten. Andererseits kann man auch nicht alles unter den Teppich kehren. Das Drama bei den Dramaten hat sich herumgesprochen. Gestern gab’s die letzten drei Vorstellungen. Jetzt ist Schluss mit Sport & Frei. Wie konnte das passieren? Ich persönlich hab da ne Vermutung: Jims Höllenmaschinen! Von wegen alles nur Druckluft. Ob er da außer Sauerstoff und Stickstoff noch andere Gase durch die Schläuche gepresst hat? In bester Absicht natürlich! Wie dem auch sei. Es kam zu einer emotionalen Kernschmelze bei den einen oder anderen Dramaten. Das wiederum hatte einen emotionalen Supergau bei allen Mitspielern zur Folge. Alle typischen Symptome konnten beobachtet werden: Gebrüll, schlaflose Nächte, Tränen auch, bedenkliche Blicke, gesenkte Köpfe, Räuspern ohne Grund.
Für einen Moment hielt die Schaubudengemeinde den Atem an. Und dann kam es, wie es immer kommt. Das Schaubudenleben ging weiter. Auf den Schaubudenplätzen dieser Welt hatte sich die Insolvenz blitz-blotz herumgesprochen. Hektische Telefonate waren die Folge. Und zack-bumm hatten die Dramatischsten unter den Dramaten ein Angebot aus Glasgow auf dem Ticker; kommt nach Glasgow zum Surge Festival.Stopp.regenschirm nicht vergessen.Stopp.zahlen mit gutem alten Whisky.Stopp.ok?Stopp.
Und so kam es denn, dass heute morgen neun Uhr Hans und seine Schlangenfrau ins Auto sprangen, um gen Schottland zu fahren, den Hochlandbewohnern dort das Gruseln zu lehren.
Als Gold-Elke, die sich gerade in diesem Moment geschafft von der Karten-Orgie mit Neverporn an die Wodkabar schleppte, um sich fit zu machen für ihre zweite Schicht, sah, wie der Hans und die Schlangenfrau vom Platz fuhren, schlug sie in ihrer unnachahmlichen Art die Hände vor’s Gesicht und schrie – wie immer, wenn sie etwas nicht fassen kann und will: NEIN! Das kann nicht sein!!
Doch, liebe Elke. Es ist so. Wenn es auch schmerzt. Kurz.
Und es gibt ja noch die Geschichte hinter der Geschichte. Zur gleichen Zeit, als die Glasgower nach Dresden kabelten, kabelte Jim nach Glasgow zu seinem alten Kumpel Andrew Bailey.
Hi Andrew stopp.komm nach dresden.stopp.sofort.stopp.haben tolles matratzenlager in alter deutscher turnhalle aus der kaiserzeit.stopp.ok?der wodka ist gut.stopp.ok?stopp.
Natürlich konnte Andrew diesem Angebot, in einer alten, nach deutschem Schweiß stinkenden Turnhalle Wodka zu trinken und Show zu machen, nicht widerstehen. Heute morgen hat er seine Bude auf dem Glasgower Festival abgebrochen, ist in seinen Truck gesprungen und hat sich auf den Weg gemacht zu uns.
Das Verrückte ist: Heute Nacht, gegen 23.00 Uhr – aus Ottos Bude schallt gerade „Hallo, hallo, jetzt geht die Party los… – begegnen sich auf dem Ärmelkanal zwei Fähren. Auf der einen steht – nachdenklich – der Hans. Neben ihm – rauchend und nachdenklich – die Schlangenfrau. Auf der anderen Fähre Richtung Calais lümmelt Andrew im Kunstledersessel und studiert die Getränkekarte. Sie wissen nichts voneinander.
So, das muss reichen für heute. Schließlich muss der Abendspielplan noch gemacht werden. Und Cora ist schon da. Und, und, und…

Es grüßt von Herzen
Der Direktor

(und toi, toi, toi lieber Hans und liebe Schlangenfrau!!!)

veröffentlicht am 21. Juli 2010 von heiki.ikkola in Allgemein
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19.Juli 2010

Liebes Tagebuch,

Familien haben uns gestern überrannt, der Direktor mußte aufpassen, mit seinem Direktoren-Schritt nicht aus Versehen auf Kinder zu treten, so ließ er denn das Schreiten bleiben, schob sich ein Tischchen zur Seite, genoß kultiviert ein Kännchen Tee und verfolgte das Treiben.

Kinder

Am Abend gab es wieder Abschiede – Muttis Kinder, Frei und Willig, spassibo.DA Theatre, Debbsch und Lebbsch und Mutschekiep gaben ihre Abschluss-Vorstellung. Das Karussell dreht sich und wir drehen noch mal kräftig dran. Die Lutz-Fleischer-Gasse hatte Hochkonjunktur und hohen Besuch aus der Schweiz. – An der Schaubuden-Absacker-Bar verköstigte die gesamte Direktion dann einmal rundum die dort angebotenen Mixgetränke, nur die goldene Elke wollte kühlen Kopf bewahren.

Jim Whiting holte schließlich eine skurrile Tasche hervor und kredenzte rauchigsten Whiskey,  der Direktor hielt das Glas halbherzig in der Hand und schwenkte es etwas unmotiviert – denn Whiskey ist nun eines der Lebensgebiete, auf denen er recht maulwurfsblind herumtapert. Jim machte Pläne für einen Teppichboard-Gleiter-Parcour und freute sich. Und schließlich erfuhren wir, wie alles begann mit seiner Druckluft-Karriere. Das war, als er einst an die Decke seines Hotelzimmers kotzte, er hatte Zigarre geraucht und wurde grün, wand sich vor Übelkeit in seinem Bett und schließlich gab es kein Halten – eine Fontäne entspritze ihm  und markierte den Stuck an der Hotelzimmer-Decke. Beeindruckt von derartiger Druckschlagskraft staunte er – was man mit Druckluft alles machen kann!

himmel

veröffentlicht am 19. Juli 2010 von heiki.ikkola in Allgemein
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18.Juli 2010

Mein liebes Tagebuch, guten Morgen!

Kühlender Regen durchlüftet die Buden, es tröpfelt und ruht …

Durchatmen, Luftholen, Kraft schöpfen.

Gestern, meinte der Direktor, war tatsächlich das Schaubuden-Gefühl da, die ersten Abschiede, Neuankömmlinge. Annamateur rückte mit den schönsten Männern der Schweiz und den rappenden Jodlerinnen an. Chris Lynam steckte sich die letzte Fontäne zwischen die Schließmuskel, Peter Shub winkte und winkte und winkte …

Die russischen Mädels von Neverporn waren das befremdlich Andere gestern auf dem Platz – und Muttis Kinder vokalisierten in der Mitternachtsshow, auch für sie heißt es heute Abschied nehmen, ebenso für Debbsch und Lebbsch, Mutschekiep, Frei und Willig und das Spassibo.Da Theatre.

Die heutigen Premieren lassen viele Herzen höher schlagen: Annamateur und Putsmarie entwerfen ein neues Worst Case Szenario, Otto Kuhnle übernimmt den Staffelstab von Chris Lynam und Jaap Slagman kommt mit seinen poetischen Geschichten auf den Platz!

Nutzt den kühlen Sonntag und macht mal Schaubude!!!

veröffentlicht am 18. Juli 2010 von heiki.ikkola in Allgemein
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17.Juli 2010

Liebes Tagebuch, du weiße Bestie, liebes Vertrautes!

Heute morgen hat es kräftig gewittert, mir schlotterte alles, ich bangte um den Platz, die Zelte und Installationen, machte mir Vorwürfe, nicht wachend auf dem Festival-Gelände genächtigt zu haben. – Doch dann erreichte mich die Nachricht des Direktors: Hans, beruhige dich – Der Rindenmulch ist gut gewässert, das Kamel weidet noch auf dem Dach, die König stehen und wachen, die Engel fliegen —- nur der Strom ist weg. Aber das passiert! Der Schraubendreher-Falk kriegt das wieder hin.

Da habe ich keinen Zweifel, der kriegt das!

Ach, heute verabschiedet sich leider Chris Lynam schon von uns – nun, Chris, pfeif dir deine fünf Redbull rein und mach uns glücklich! Auch Peter Shub spielt heute zum letzten Mal, der Tausendsassa will heute viermal auf die Bühne, wir werden ihn nicht dran hindern. Ihr werdet uns fehlen!

Und in das Große Rund, in dem gestern noch die wunderbare Irmgard Knef über die ewig Zukurzgekommenen trällerte, wartet heute die NEVERPORN EXTRAVAGANZA TROUPE mit ihrer Dresden-Performance auf. Wir dürfen gespannt. Der Schraubendreher-Falk bekam jedenfalls schon Doppelpuls als Nazzzya ihn auf sein Tattoo ansprach. Wer übrigens ein Kugelglas-Aquarium übrig hat: Das wird für die heutige Vorstellung noch dringend gebraucht.

Also, kommt zuhauf, und nicht erst, wenn besten Sachen schon gelaufen sind! Wir beginnen wie immer um acht!!!!!

Euer Hans

PS:

Es gibt schon wieder Post von Cora – hoffentlich kommt sie bald:

liebe r helmut lieber heiki
NA DANN MAL TOPFTOPF TOPF ZUM 13.
ALLE KÖPPE FLIEGEN HOOOCHH. ALLR HERZEN FLIEGEN HOOOCH, ALLE ÄESCH FLIEGEN HOOOCH, ALLE TITTEN FLIEGEN HOOOCH, ALLE ÄRMCHEN FLIEGEN HOOOCH!!!

ich kämpf hier. das ist doch normal werdet ihr sagen . aber es sind wohl auch letzte kämpfe . und es ist recht traurig, aber morgen mehr.
eigentlich ist 13 ja meine glückszahl und so soll es sein werden.
wir werden auf alle fälle kommen , aber ich weiss noch nicht mit wem.
morgen weiss ichmehr.
und ich weiss noch nicht ob wir 3 mal schaffen. ob heinz das schafft. also am ersten tag besser zb 21oo und 23.00 , nur zb. zwei mal mit pause weil es wird doch 40 minuten. wahrscheinlcih.
das fürs erste.
was mit dem anderen geschah erzähl ich morgen.
ja so ist das mit der familie.

grüsst mir von herzen die knef.

und ich grüss von herzen euch

schöne nächte!!!

heut herzschmerz

veröffentlicht am 17. Juli 2010 von heiki.ikkola in Allgemein
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16.Juli 2010

Guten Morgen, mein liebes Tagebuch!

Ich bin platt. So viele Menschen schon am ersten Abend. – So eine wunderbar gespannte Ruhe über dem Platz zwischen den ersten Wandelnden gegen halb, Leute, die da auf der Suche sind nach versteckten Wundern, neugierig sind, auf das, was der Direktor sich diesmal ausgedacht hat! Im Direktoren-Anzug, den er wieder feierlich trug, durchmaß er mit unglaublichen und doch gesetzten Schritten das Festival-Gelände. Er war wohl auch sehr froh, dass alles zu seiner Freude gerichtet – man kann ja nicht reinschauen in so einen Direktor, doch als er mir beim wilden Tanz zur furiosen Musik von Abuela Coca, seinen Schweiß um die Ohren spritzte, da wußte ich: Es ist Schaubuden-Zeit und der Direktor ist froh, mittendrin!

Es war kaum 20.00 Uhr, da war der Platz voll, und man wollte die ersten Shows sehen!

Da meine andre Bezugsgruppe mich sehr in Anspruch nahm, und ich mich in der Schaubuden-Turnhalle die Knochen wund gesportlert habe, konnte ich kaum etwas sehen – lunzte nur bei Chris Lynam rein, und ich kann nur sagen: There`s no business like show business!!!!

Und ich empfehle allen: Steckt Eure Köpfe in die Tanzbude, wenn Juli spielt – mich hat sie verzaubert.

So ihr Flitzpiepen da draußen – heute abend um acht gehts weiter, wir haben das Legenden-Zelt extra neben den Kassenwagen, damit die tausenden Fans es nicht so weit haben: DEBBSCH und LEBBSCH sind wieder da!!! Die Echse hat wieder tolle Gäste in der Mitternachtsshow, und ich rate Euch: verpasst auf keinen Fall Irmgard Knef, denn: Morgen ist sie weheg!!!

Also bis heute abend – Euer Hans

veröffentlicht am 16. Juli 2010 von heiki.ikkola in Allgemein
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