11.Juli

Cora, Foto: Lothar Lange

Öööh. oh nöh! – Der zehnte Tag, vorletzter SchaubudenTag. Oh Manno. – Aber der Direktor hat sich für morgen einen wunderbaren Abschluss ausgedacht – wenn nämlich das Finale verklungen ist, wird im Festivalclub noch getanzt bis die Beine abfallen, und danach gibts SchaubudenFrühstück auf dem Platz, jeder, der Lust hat, springt hinzu und bringt etwas mit, aber auch dann ist noch nicht Schluss ….! Anfänge sind ja ganz hübsch, aber wie man Enden zelebriert, das weiß unser Direktor!

Vorletzte SchaubudenNacht, du pralles Fast-Ende, wir drehen noch mal alle Hähne ganz weit auf, berieseln Rindenmulch und Zeltdächer mit den Essenzen halbseidener Existenzen, und machen uns für euch zum Klops, zu Engeln, Clowns und Nachtgestalten.

Apropos Klops, Frau Frost stellte den gestrigen Nachtsalon unter das Motto Verbrechen und bot das wohl bedeutendste Verbrecherlied aller Zeiten dar: “Ein Mops kam in die Küche”. – Eine nicht unbedeutende SchaubudenKünstlerin von erstaunlichen Ausmaßen betrat darauf das Areal und hatte die Bezeichnung Mops wohl auf ihre eigene Person bezogen und erstieg sogleich in fiebriger Anspannung das Podium. Sofort stand der Atem aller Zuschauer still, die Luft war zum Schneiden, das Summen einer Fliege war zu hören. “Revenge! Spiel mir das Lied vom Tod, du alte Hippe! You will die! Stirb langsam!” All das stand in deutlichen Lettern in die Gesichtszüge der Rächerin eingeschrieben. WildwestCora hob den Fehde-Handschuh auf. Und zack, da flogen schon die Jacken von den Schultern der Duellantinnen. Rücken an Rücken, Busen an Busen nahmen sie Maß. Ein Täuschungsmanöver der Gepeinigten! Aber WildwestCora reagiert geistesgegenwärtig, feuert einen Schuß aus beiden Brüsten ab, doch auch sie ist getroffen von der tödlichen Muttermilch ihrer Konkurrentin. Im Todeskampf sinken die Unversöhnlichen zusammen und hauchen ihr Leben aus, um im Jenseits nach einem Bier zu rufen. Gebrochenen Herzens sinkt nun auch die Nichte Boris dahin, die all dies Grauen miterleben mußte und stirbt neben ihrer Anverwandten, der sie so viel zu verdanken hatte, den Kummertod. – Lieber Sergio, herzlichen Dank für dieses wunderbare Script, das du uns zur Verfügung gestellt hast.  Stumm und benommen saßen wir minutenlang vor dem finalen Tableau dieser atemberaubenden Szene, voller Bestürzung und feierlicher Erhabenheit!

veröffentlicht am 11. Juli 2009 von heiki.ikkola in Allgemein

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2 Kommentare zu '11.Juli'

  1. Lady Potato sagte am 11. Juli 2009 um 15:04 Uhr:

    Ich verehre und verschlinge Eure täglichen Tagebucheinträge, aaaaber es ist absolut unverzeihlich, dass Ihr Euren Lesern die Bilddokumentation des Duells der Gigantinnen (bislang) vorenthaltet und stattdessen eine Kranichfrau abbildet, die so ausschaut, als ob sie kein Bierchen trüben könnte…! Vielleicht ist da ja noch was zu machen, man wäre entzückt…! ;)

    Ich wünsche einen grandiosen Endspurt für diesen phantastischen Schaubudensommer und danke allen Beteiligten für wunderbare Abende im Schaubuden-Zauberland!
    Es gibt viele Gute, aber Ihr seid die Besten!

  2. heiki.ikkola sagte am 12. Juli 2009 um 13:34 Uhr:

    Leider liegt dazu noch kein Bildmaterial vor, deshalb der Versuch einer bildhaft-verbalen Dokumentation dieser legendären Szene.

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