10.Juli N°2
Von wegen – schlafen gehen, nee! Wenn all die Leute wieder weggeschwemmt sind und das Fieber noch in der Luft liegt, ists doch am schönsten in deinen Gefilden! Deine Zelte atmen aus, das Café liegt wie eine vergessene Tänzerin schlafend herum, der Rindenmulch vibriert noch unter den Schritten der längst gegangenen Gäste. Du machst mich munter, machst mich trunken, Schaubude, du herrliches Grundnahrungsmittel, du Kuchenbrot der Musen und du herber Saft des glücklichen Irrsinn! Also verweile ich noch bis der Himmel vom Nachtblau in den Morgenschimmer wechselt. Ist doch schön verrückt, du heilst den größten Kummer, löst tonnenweise Schwere auf. Und, ob ihr es glaubt oder nicht: mein Gerstenkorn ist weg – Cora hat es tatsächlich fortgeschickt.
Ach ja, ich radele meinem Bett entgegen 4.30Uhr in der Früh, der Himmel leuchtet mir vielversprechend entgegen. Und während ich das hier schreibe, fallen mir ständig seelig die Augen zu. Hacki Ginda kommt ins Büro und fragt nach ner Schere, zum Konfetti-Schneiden, schließlich kostet das Kilo Konfetti 30 Euro. Da zerschnippelt er lieber die Dresdner Neuesten Nachrichten.
Dann kommt die Presse-Füchsin herein und der Direktor tritt ihr mit ernstem Gesicht entgegen: Wir müssen deine Stelle streichen, brummt er mürrisch, es kommen einfach zu viele Leute. Was kann man da machen? – Der Direktor blickt mich streng über seinen Direktorentisch hin an. Aber ich bin müde, wieder klappen meine Augen zu und ich träume.